
Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen und braucht für seine seelische Gesundheit den Kontakt zu anderen. Anderen zu helfen macht uns zudem zu einem Teil der Gemeinschaft.
Hilfe für andere ist zugleich Dienst — sie verbindet sich mit Nachsicht, Aufopferung und Hingabe. Eine nützliche Handlung, die von einem geistigen Sinn getragen ist und der Nähe zu Gott dient, wird in der islamischen Kultur „Dienst“ (chedmat) genannt.
Wenn wir anderen helfen — und sei es nur, indem wir uns kurz Zeit nehmen und jemandem zuhören —, versichern wir uns unbewusst gegen Einsamkeit und empfinden uns als nützlich.
Solche Hilfe stärkt das Gefühl von Verbundenheit; all das trägt zu unserer inneren Ruhe bei. Interessanterweise kann der Umgang mit anderen und das Helfen sogar die Lebenserwartung erhöhen und die Gesundheit fördern.
Alle Menschen brauchen Hilfe — jeder auf seine Weise. In einer gesunden Gesellschaft helfen die Menschen aus Zuneigung, nicht aus bloßer Pflicht.
Die Hand, die hilft, ist heiliger als die Hände, die sich zum Gebet erheben.
Bedingungen des Helfens
- Es geschehe um Gottes willen.
- Es geschehe aufrichtig.
- Es sei wohlwollend, mit guter Absicht.
- Es diene nicht dem Erwerb von Besitz, Ruhm oder Status.
- Es sei keine Mithilfe zur Sünde.
- Es sei frei von Vorhaltung und Kränkung.
- Die Empfänger sollen der Hilfe würdig sein.
- Die beste Hilfe steht im Einklang mit den religiösen Grundsätzen.
Imam Ali (a.s.) sagt über das Helfen: „Erweise allen Menschen deine guten Taten; wahrlich, nichts ist bei Gott dem Erhabenen den guten Taten gleich.“
Wirkungen des Helfens
Aus psychologischer Sicht: Gutes zu tun schenkt dem Menschen als Belohnung eine innere Freude. Wer Gutes tut, macht in Wahrheit sich selbst zufrieden.
Aus soziologischer Sicht: Helfen mag kurzfristig ein Opfer sein, ist aber langfristig für den Einzelnen und die ganze Gemeinschaft von Nutzen. Wer heute einen anderen vor Hunger bewahrt, darf hoffen, morgen selbst nicht allein zu bleiben.
Die Menschenkinder sind Glieder eines Leibes, aus einem Wesen erschaffen. (Saadi)

